Montag, 11. Juni 2018

Das Assad-Regime als Auslöser der Revolution


Während tausende ausländischer Kämpfer die Grenzen überfluteten (und es immer noch tun), ausgerüstet mit Tonnen von Waffen, finanzieller und logistischer Hilfe, arbeiteten das syrische Regime und die russische Armee mit Hochdruck daran, syrische Städte eine nach der anderen zu zerstören. In fast keinem Fall wurden die ankommenden Kämpfer oder Waffen-Konvois von den Luftmächten des russischen oder syrischen Regimes gestört, obwohl sie offen sichtbar, ohne Gegenwehr an den türkischen und anderen Grenzen, in die von der Opposition kontrollierten Bereiche der syrischen Städte transportiert wurden.
Darüber hinaus ließ das Regime kurz nach Beginn der Rebellion und der Demonstrationen tausende verhafteter Radikaler frei, die in den Gefängnissen von Sednaya[1] und Palmira in Untersuchungshaft saßen. Diese Leute wurden vor ihrer Entlassung über Jahre (oder in vielen Fällen Jahrzehnte) vorbereitet und waren dafür vorgesehen, die späteren bewaffneten Rebellionen anzuführen. Die Anführer von Al Nusra, Isis und Ahrar Al Sham gehörten, neben Intellektuellen, die später die Gremien der politischen Opposition wie z.B. „die nationale Koalition“ formten, weitgehend zu genau dieser Gruppe, gemeinsam mit denjenigen, die von der Diaspora rekrutiert oder geschickt wurden und ausländischen Kämpfern.
Das Regime hat klar und systematisch die bewaffneten Bewegungen bestärkt, während es jegliche friedliche Fraktionen brutal bekämpft hat:







[1] http://www.spiegel.de/international/world/former-prisoners-fight-in-syrian-insurgency-a-927158.html: “Im März 2011 zu Beginn der Aufstände ließ Baschar al-Assad erneut viele Dschihadisten aus den Gefängnissen frei. Gleichzeitig wurden seitdem Zehntausende von syrischen Studenten, liberalen Aktivisten und Menschenrechtlern verhaftet. Erst kürzlich dokumentierte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch einige Schicksale“, was die Annahme nahelegt, das viele willkürlich festgenommen, gefoltert und unfairen Gerichtsprozessen unterzogen wurden.
Ebenso: http://s.telegraph.co.uk/graphics/projects/isis-jihad-syria-assad-islamic/ : Sednaja Gefängnis, nordöstlich von Damaskus, Syrien. Tausende politische Häftlinge wurden hier durch das Regime des Präsidenten Assad festgehalten, es ist zahlreich bezeugt, dass Präsident Bashar al-Assad sich während seiner Herrschaft sehr ambivalent den Dschihadisten gegenüber zeigte. Er ermunterte sie, in den Irak zu gehen, um Zarqawis Al-Qaida-Ableger beizutreten, dem Vorgänger von Isil, und nach 2003 Amerika zu bekämpfen, verhaftete aber dennoch viele bei ihrer Rückkehr nach Hause, sofern sie ihm als ähnliche Bedrohung für seine eigene Herrschaft erschienen. Als der Aufstand in Syrien im Frühjahr 2011 begann, ließ er hunderte von ihnen im Rahmen einer Begnadigung frei. Die Begnadigung, vermeintlich für politische Häftlinge, wurde zu der Zeit als Betrug oder auch zu wenig zu spät angeprangert. Tatsächlich war diese aber einer der wichtigsten politischen Entscheidungen, die Assad traf. Die freigelassenen Häftlinge waren hauptsächlich Islamisten, die sich danach einer Reihe von bewaffneten Gruppen anschlossen oder diese gründeten, während säkuläre und friedliche Demonstranten und Aktivisten weiterhin inhaftiert und ermordet wurden.  (The telegraph 11. Mai 2016).
Das Regime war erpicht darauf, jegliche friedliche Aktivisten oder Intellektuelle zu töten oder zu verhaften, während die bewaffneten Elemente ignoriert und bestärkt wurden. Die Anweisungen des Oberkommandos des syrischen Heeres und der Geheimpolizeiagenturen lauten, die gebildeten und älteren Bürger zu erniedrigen und Unschuldige zu töten: Kinder und Frauen (um die Menschen zu provozieren und verrückt zu machen).[1]




1.   
2.      Die Armee- und Regimekräfte agierten in den verschiedenen Ländern mit einer Doppelmoral, basierend auf der Ethnie, Religion, Sekte oder Lebensweise des Gebiets[2]. Es war klar, dass einige Gebiete weiterhin pro Assad bleiben sollten; dort wurden die Regime-Kräfte angewiesen, sich wie Engel zu verhalten. In anderen Teilen dagegen wurden die „Teufel“ ausgesandt, um die Menschen in die entgegengesetzte Haltung zu treiben.
Dieser Plan wurde erfolgreich ausgeführt und Menschen, die jahrzehntelang gemeinsam lebten, wurden letztlich zu vollkommen Fremden, weil keine Fraktion einer anderen vertrauen oder glauben konnte. Das führte dazu, dass sie zu gefährlichen Feinden wurden, die nicht mehr auf die Vernunft hörten und sich darauf konzentrierten, was die Medien sagten, die eine vollkommen andere Geschichte sendeten als die zweite „nationale“ Medienanstalt.
3.      Obwohl die Hauptquartiere (die in jeder von der Opposition beherrschten Stadt zehnfach vorhanden waren) jedem, auch den Spionen des Regimes, bekannt und unübersehbar waren und für militärische Technologie wie die der Russen einfach zu überwachen und zu beobachten, blieben diese Hauptquartiere unbehelligt in 6 Jahren voller TNT-Fässer, Raketen  und allen möglichen anderen Arten von Angriffen (auch chemischen und international verbotenen Waffen). Während gewaltiger Kämpfe, die ihnen die Medien als „Freiheitskämpfe“ verkauften (Wie die Befreiung des Stadtzentrums von Idlib in Nord-Syrien), fuhren Konvois aus Panzern glorreich Richtung Stadtzentrum, mitten am Tag, ohne jegliche Angriffe seitens des Regimes oder der russischen Luftwaffe UND ohne jegliche Angst der Oppositionskämpfer selbst oder irgendwelche Versuche, ihre Panzer zu verstecken (!), während die Flugzeuge des syrischen Regimes exakt in diesem Moment passenderweise die dicht bevölkerten Märkte, Krankenhäuser und Schulen attackierten!
4.      Assad wandte nicht seine volle Kraft und Arsenal auf, als die Rebellion begann. Im Gegenteil, er strebte mutwillig danach, Signale seiner Schwäche an die Rebellen zu senden, um sie zu ermuntern weiterzumachen. Denn er nutzte aus militärischer Sicht sehr klassische Reaktionen, als er in einem sehr sanften Ton sprach und seine „vermeintlichen Feinde und Verschwörer“ glauben ließ, dass er wirklich Angst vor ihnen hätte, und er befürchte sein Regime könne innerhalb von ein paar Tagen fallen! Die Medien arbeiteten solange daran, die Syrer von der angeblich schwachen Stellung Assads zu überzeugen, bis dies nicht mehr angezweifelt wurde.
Der Abwurf von Bombenfässern und Raketen begann erst, als es zu spät war, die angeschobene Rebellion umzukehren oder zu beenden oder darüber nachzudenken, einen Deal mit dem Regime einzugehen.
Es wurde zu spät umzukehren als:


5.      
6.      Bald nachdem die Demonstrationen anfingen (oder auch schon vorher) begannen sich sogenannte „leaked“ Videos in den sozialen Medien auszubreiten oder sie wurden täglich über internationale TV-Nachrichten-Kanäle gesendet. Diese Videos sickerten aus Assads militärischen Punkten, Gefängnissen und Funktionärsbüros. Sie waren voller Taten, die Menschen provozieren: Beleidigungen gegen religiöse Ansichten, Frauen wurden gequält und in ihrer Ehre verletzt, kurz alles was Syrer (und radikale Muslime auf der ganzen Welt) verrückt werden lässt, dass ihnen keine andere Chance bleibt, als zu rebellieren. Für diese Radikalen in der ganzen Welt stellte reisen nach Syrien die einzige Option dar, um dem „Ruf des Dschihad zu folgen/(antworten) oder um die Ehre ihrer muslimischen Schwestern zu schützen“.
Der springende Punkt ist hier: Solche Videos oder nur Fotos durchsickern zu lassen, war die letzten 40 Jahre nahezu unmöglich gewesen! Wie ich bereits sagte, die Kriminalität des Assad-Regimes begann nicht erst in 2011. Brutalste Praktiken waren in Syrien und anderen 14 Regierungsbezirken tagtäglich für Dekaden gang und gäbe, aber nichts von diesen Praktiken hatte vorher jemals die Chance, unter irgendwelchen Umständen nach außen dringen zu können. Die Syrer und Assads Offiziere wussten, dass wer auch immer Informationen gegen den Willen der Regierung nach außen dringen ließe, würde unverzüglich und hart bestraft werden, mitsamt seinen Verwandten und geliebten Menschen.




7.    

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Wie das türkische Regime die syrische Krise erschuf






[1] Als dagegen einige Soldaten einmal einen bewaffneten Anführer des Widerstandes aufgriffen und das oberste Kommando glücklich anriefen, um es zu informieren, kam die von ihrem Kommandanten diese brutale, wütende Antwort: „Lasst ihn frei, ihr Bastarde!“ (Aus eigener Erfahrung des Autors, Sarakib, Nord-Syrien 2011).
[2] Gebiete wie Großstadtzentren, reiche Nachbarschaften, Christen, Alawiten und Drusen wurden gänzlich anders behandelt als ländliche und konservative Gebiete, welche systematisch bedrängt (und sogar gelockt und dazu verleitet) wurden (die Rebellion voranzutreiben).   





The Iraqi Bishop Athanasius Thomas Dawood explains how the Iraqi army left its arsenal to ISIS fighters, as if there was a secret agrrement between them both:


https://www.youtube.com/watch?v=fneJgKBZpOs

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