Montag, 18. Juni 2018

Über das Buch



Was in Syrien passiert ist, kann leicht in irgendeinem anderen Teil dieser Erde wiederholt werden (und es wird wiederholt). Es ist sehr wichtig und äußerst dringend, dass die Menschheit versteht, was wirklich passiert ist – WIE es passiert ist und WARUM – so dass wir diesen Drachen daran hindern können, unseren Planeten zu verschlucken und zu verbrennen, eine Nation nach der anderen.

Bezugnehmend auf die Artikel in diesem Buch soll der Leser nicht nur in die Lage versetzt werden, zu verstehen was in Syrien passiert ist, sondern auch was derzeit in Jemen, Libyen und bald auch in anderen Teilen der Welt.




Das Meiste, das Sie in den Medien gelesen oder gehört haben, ist zu 100% zutreffend. Aber WIE und WANN Sie die Berichte übermittelt bekommen, darin liegt die Manipulation!




Wenn das Wort "Krieg" verwendet wird, können einige glorreiche Szenen in den Sinn kommen. Man kann bei Kriegen an jene historischen Kämpfe denken, in denen junge Männer zusammentrafen, um ihre Stärke zu demonstrieren und sich die Anführer bemühten, ihre Intelligenz zu zeigen. Wir alle gehen ins Kino, um Filme über solche Kriege zu sehen. Wir erzählen Kindern Geschichten darüber. Ich finde daher das Wort "Krieg" viel zu romantisch, wenn ich versuche zu beschreiben, was in Syrien passiert. In dieser Tragödie wurden keine Fähigkeiten demonstriert, sondern Krankenhäuser, Kinder und Zivilisten in Haufen von Gliedmaßen und Blut verwandelt. Die Anführer der kämpfenden Gruppen sind hingegen nur selten aneinandergeraten und haben kaum  etwas verloren. Sie werden am Ende des Krieges alle sicher als Gewinner mit dickeren Brieftaschen nach Hause kommen, während Millionen von Zivilisten vertrieben wurden. Unzählige Fälle von Folter haben sich ereignet, zahllose Gliedmaßen wurden verstümmelt, Augen ausgestochen und Köpfe abgeschnitten. Der Krieg war nicht darauf ausgerichtet für etwas Bestimmtes zu kämpfen. Es gab kein Land, keine Rohstoffe oder strategische Positionen, die gewonnen werden konnten. Dieser Krieg wurde entworfen, um eine der tragischsten Episoden der Menschheitsgeschichte zu schaffen.

Es ist nicht nur die Anzahl der Opfer, die diese Tragödie zu einem der hässlichsten Kriege der Geschichte gemacht hat. Er passierte in einer Zeit, als man dachte die Welt sei gereift. Es gibt ausgeklügelte internationale Rechtssysteme, die von Nationen und Organisationen entwickelt wurden. Man konnte annehmen, dass ein solcher Krieg auf diesem Planeten nicht mehr möglich sei. Die Massaker in Ruanda oder im Kosovo lagen schon länger zurück. Damals machte die Menschheit noch ein Nickerchen. Die Zeiten hätten inzwischen sich geändert, dachte man, und die internationale Gemeinschaft wurde endlich erwachsen. Ihre Ethik schien nun entwickelt genug. Man konnte hoffen, dass solche Ereignisse nur mehr in Geschichtsbüchern zu finden wären. Zumindest haben sich die Syrer das gedacht bzw. wurden sie dazu gebracht es zu glauben.

Die Millionen von Demonstranten, die auf die Straße gingen, hatten eine Vielzahl von Gründen, sich gegen ein so korruptes und mörderisches Regime zur Wehr zu setzen. Allerdings hatten sie zuvor auch jahrzehntelang Gründe genug, um diesen Schritt nicht zu tun. Die Syrer waren keineswegs ahnungslos, was die Ethik oder besser gesagt „Nicht-Ethik“ ihres Regimes und dessen grenzenlose Brutalität betraf. Genau genommen waren sie sich den Werten des Regimes und seiner Verbündeten spätestens seit 1982 bewusst und sie waren auch nicht so dumm, sich bezüglich der Waffenlager ihrer Regierung zu verkalkulieren.

Jedenfalls ein Teil der Syrer ist in der Revolution gegen das Regime gerade deshalb aktiv geworden, weil man sich auf die angebliche zivilisatorische Reife der Nationen und Organisationen auf der ganzen Welt verlassen hat.

Wichtig ist zu wissen, dass dieses Vertrauen  nicht spontanen Ursprungs war, sondern systematisch aufgebaut wurde.

Erklärungen von Politikern wie Obama, und Erdogan sowie europäischen Regierungschefs schafften Vertrauen. Wenn man diese Signale in den Jahren vor der Krise verfolgt, besteht kein Zweifel daran, dass es sich um keinen Zufall handelte[1].

Lag eine Verschwörung gegen das syrische Regime vor? Der Schein trügt!

Das Regime von Assad war selbst ein Teil dieser Verschwörung. Alle seine Taten trugen dazu bei.

Die Berichterstattung in den Medien erklärte die ungerechtfertigte Gewalt des Assad-Regimes als eine Art Faschismus, Sadismus oder politische Dummheit. Wenn Sie weiterlesen, werden Sie verstehen, warum diese Erklärung nicht ausreichend ist.

Assad ist nicht der einzige Spieler in diesem Spiel. Er ist kein Diktator, der losgelöst von anderen Mächten agiert.

Er ist mit den mächtigsten Geheimdiensten der Welt verbunden. Sein Regime ist Bestandteil ein internationales Machkartells. Die Besitzer dieses Unternehmens überlassen die Sicherheit dieses Imperiums nicht der Dummheit eines Diktators. Alle Handlungen waren bewusst gewählt und kamen nicht zufällig zustande. 

Das werde ich auf den folgenden Seiten dieses Buches erklären.


Um die Aussagen zusammenzufassen





Excerpted from The Jimmy Dore Show
MSNBC Panel On Syria with Jeffrey Sachs, professor of sustainable development and health policy at Columbia University,
The original video can be watched here:
https://www.youtube.com/watch?v=_O2TRzA2ezk&feature=youtu.be




[1] 10. Juni 2011, sagte Erdogan über den türkischen Kanal ATV: "Die Situation in Syrien für die Türkei ist nicht so wie in Libyen. Syrien ist fast wie eine interne Angelegenheit (für die Türkei). Wir haben eine 800 bis 900 Kilometer lange Grenze. Wir haben Verwandte dort. Die Türkei kann das wiederholte Massaker von Hama nicht akzeptieren. http://archive.arabic.cnn.com/2011/syria.2011/6/10/turkey.syria/

Zwei Jahre später erschien Erdogan wieder und wiederholte den gleichen Monolog. Zu dieser Zeit überstiegen die syrischen Opfer dieses Spiels die dreifache Zahl des Massakers von Hama. Erdogan schien jedoch nicht zu bedauern oder zu entschuldigen. Er sah eher wie ein Schauspieler aus, der seine Leistung so behält, wie sie für ihn geschrieben wurde.
Diese Theaterszene setzte sich in dem gleichen Moment fort, bis diese Zeilen geschrieben wurden. Die Propagandakanäle, die hauptsächlich von Katar finanziert werden, hörten nicht auf, ihn zu loben als "den Führer, der die Syrer nicht im Stich ließ".
Dies blieb während der 8 Jahre der syrischen Tragödie ohne Unterbrechung, selbst nach 600.000 Toten, 10 Millionen Vertriebenen und unbekannten Schäden und Verlusten.

19. August 2011, Obama sagte "Assad muss zurücktreten"
"USA, Europa fordern, dass der syrische Führer Al-Assad zurücktritt"
"Außenministerin Clinton sagt, der syrische Präsident Assad muss gehen"

22.11.2011 Reuters: "Der türkische Premierminister ruft den syrischen Präsidenten Assad zum Rücktritt auf. Während die Türkei eine Intervention von außen ablehnt, hat sie sich mit syrischen Oppositionsgruppen getroffen und erlaubt ihnen, sich in türkischen Städten zu treffen. Es hat auch den Überläufern der syrischen Armee Zuflucht gewährt, bestreitet jedoch, dass es einen bewaffneten Widerstand unterstützt. Türkische Zeitungen zitierten am Wochenende Beamte, die sagten, die Türkei könne eine Flugverbotszone auf syrischem Territorium einrichten, um die Bevölkerung vor Assads Sicherheitskräften zu schützen, um einen möglichen Massenexodus von Flüchtlingen aus Syrien abzuwenden.
Der türkische Premierminister Tayyip Erdogan hat am Dienstag den syrischen Präsidenten aufgefordert, zurückzutreten und Damaskus 'Vorgehen gegen Demonstranten mit der Taktik des nationalsozialistischen Deutschland zu vergleichen. "

16. Mai 2013, "Obama und Erdogan: Syriens Assad muss gehen"

Die Rede war kurz nachdem Obamas sogenannte "rote Linie" überschritten wurde, in der Assad Berichten zufolge die Chemiewaffen einsetzte, wie die amerikanischen Ermittlungen bewiesen haben.

Bis zum Zeitpunkt des Schreibens dieser Zeilen, nach 8 Jahren des Beginns der Tragödie, geht das Spiel in seiner gleichen Wucht weiter.

Sonntag, 17. Juni 2018

Widmung


Für sie:

Den Opfern der Kriegsfürsten, die außer dem Blut, den Gliedmaßen, der Zukunft und den Träumen dieser Kinder kein anderes Geschäft finden konnten.





Erinnerungen an den Sommer 2011 in Saraqib, Nordsyrien


Es war unerträglich heiß. Ich wachte morgens in unserem Bauernhof auf, der drei Kilometer vom Stadtzentrum von Saraqib entfernt liegt. Ich schaltete den Fernseher ein. Es lief gerade ein Film. Ich schaute diesen Sender regelmäßig, um mein Englisch zu verbessern. Ich war noch immer in einem Zustand der Benommenheit. In Saraqib war in den letzten Tagen Schlimmes geschehen.

Vor einigen Tagen kam mein Vater morgens zur gleichen Uhrzeit zu mir und sagte, dass die Armee mit Panzern und Soldaten in die Stadt gekommen sei, um eine Inspektion durchzuführen. Er hatte Angst. Er hatte unser ganzes Geld bei sich und versteckte es schließlich irgendwo im Badezimmer. Wir waren uns nicht sicher, ob die Armee auch bis zu den Bauernhöfen kommen würde. Wenige Stunden später hörten wir schwere Gewehrfeuer. Mein Vater war geschockt. Nichts könne solch massive Schusswechsel rechtfertigen. Schon nach wenigen Sekunden klopfte es an der Tür. Ich wagte es hinauszugehen und den Offizier einzuladen uns „zu beehren". Als er hereinkam, sprach ich ihn unterwürfig mit "Mein Herr" an, wie das üblich war. Er fragte mich nach meinem Namen und verlangte meinen Personalausweis. Er wollte wissen, wo mein jüngerer Bruder sei, der sich stark an der Revolution beteiligt hat. Nach dieser Befragung nahmen die Soldaten eines unserer beiden Autos mit, weil es auf den Namen meines jüngsten Bruders registriert war. Sie stahlen bei dieser Gelegenheit auch noch etwas Anderes. Mein Vater und ich verließen danach den Bauernhof. Doch schon wenige Minuten später rief meine Mutter meinen Vater an und bat ihn zurückzukommen. Eine andere Soldatengruppe inspizierte schon wieder unser Haus. Auf dem Weg dorthin wurden wir von einer weiteren Armeeeinheit angehalten. Wir mussten unsere Ausweise herzeigen. Der Name meines Vaters schien auf einer ihrer Liste auf und er wurde sogleich verhaftetet. Es gelang uns einige Tage später seine Freilassung zu erwirken und das beschlagnahmte Auto wiederzuerlangen. Dafür haben wir Bestechungsgelder bezahlt und Beziehungen genutzt. Er kam niedergeschlagen und wütend nach Hause. Seinen Mut konnte man ihm aber nicht nehmen.

Bei dieser ersten von zwei Inspektionen wurde niemand getötet. Die Armee verhaftete viele Intellektuelle wie meinen Vater. Die meisten von ihnen kamen wieder frei, nachdem sie gedemütigt und gefoltert worden waren.

Der Film im Fernsehen lief noch immer. Ich fühlte mich als wäre ich gedopt. Welcher Film ist das eigentlich? Sehe ich gerade einen Film darüber, was vor ein paar Tagen in Saraqib passiert ist? Es schien genau dasselbe Szenario zu sein, aber die Männer waren schwarz und das Land lag offenbar in Afrika. Eine Minderheit, die aus historischen Gründen wütend ist, wurde von einigen ihrer Kriegsfürsten heimlich bewaffnet. Dem steht eine unbewaffnete, verängstige Mehrheit gegenüber. Es finden Durchsuchungen statt, bei denen Soldaten unangemessene Waffengewalt anwenden. Die erhoffte westliche Hilfe kommt nicht oder zu spät. Welcher Film ist das nun? Ich habe den Titel des Films unten am Bildschirm gelesen: "Hotel Ruanda". Ist dasselbe wirklich schon vor 20 Jahren in einem afrikanischen Land passiert? Die Geschichte scheint sich zu wiederholen.


Montag, 11. Juni 2018

Das Assad-Regime als Auslöser der Revolution


Während tausende ausländischer Kämpfer die Grenzen überfluteten (und es immer noch tun), ausgerüstet mit Tonnen von Waffen, finanzieller und logistischer Hilfe, arbeiteten das syrische Regime und die russische Armee mit Hochdruck daran, syrische Städte eine nach der anderen zu zerstören. In fast keinem Fall wurden die ankommenden Kämpfer oder Waffen-Konvois von den Luftmächten des russischen oder syrischen Regimes gestört, obwohl sie offen sichtbar, ohne Gegenwehr an den türkischen und anderen Grenzen, in die von der Opposition kontrollierten Bereiche der syrischen Städte transportiert wurden.
Darüber hinaus ließ das Regime kurz nach Beginn der Rebellion und der Demonstrationen tausende verhafteter Radikaler frei, die in den Gefängnissen von Sednaya[1] und Palmira in Untersuchungshaft saßen. Diese Leute wurden vor ihrer Entlassung über Jahre (oder in vielen Fällen Jahrzehnte) vorbereitet und waren dafür vorgesehen, die späteren bewaffneten Rebellionen anzuführen. Die Anführer von Al Nusra, Isis und Ahrar Al Sham gehörten, neben Intellektuellen, die später die Gremien der politischen Opposition wie z.B. „die nationale Koalition“ formten, weitgehend zu genau dieser Gruppe, gemeinsam mit denjenigen, die von der Diaspora rekrutiert oder geschickt wurden und ausländischen Kämpfern.
Das Regime hat klar und systematisch die bewaffneten Bewegungen bestärkt, während es jegliche friedliche Fraktionen brutal bekämpft hat:







[1] http://www.spiegel.de/international/world/former-prisoners-fight-in-syrian-insurgency-a-927158.html: “Im März 2011 zu Beginn der Aufstände ließ Baschar al-Assad erneut viele Dschihadisten aus den Gefängnissen frei. Gleichzeitig wurden seitdem Zehntausende von syrischen Studenten, liberalen Aktivisten und Menschenrechtlern verhaftet. Erst kürzlich dokumentierte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch einige Schicksale“, was die Annahme nahelegt, das viele willkürlich festgenommen, gefoltert und unfairen Gerichtsprozessen unterzogen wurden.
Ebenso: http://s.telegraph.co.uk/graphics/projects/isis-jihad-syria-assad-islamic/ : Sednaja Gefängnis, nordöstlich von Damaskus, Syrien. Tausende politische Häftlinge wurden hier durch das Regime des Präsidenten Assad festgehalten, es ist zahlreich bezeugt, dass Präsident Bashar al-Assad sich während seiner Herrschaft sehr ambivalent den Dschihadisten gegenüber zeigte. Er ermunterte sie, in den Irak zu gehen, um Zarqawis Al-Qaida-Ableger beizutreten, dem Vorgänger von Isil, und nach 2003 Amerika zu bekämpfen, verhaftete aber dennoch viele bei ihrer Rückkehr nach Hause, sofern sie ihm als ähnliche Bedrohung für seine eigene Herrschaft erschienen. Als der Aufstand in Syrien im Frühjahr 2011 begann, ließ er hunderte von ihnen im Rahmen einer Begnadigung frei. Die Begnadigung, vermeintlich für politische Häftlinge, wurde zu der Zeit als Betrug oder auch zu wenig zu spät angeprangert. Tatsächlich war diese aber einer der wichtigsten politischen Entscheidungen, die Assad traf. Die freigelassenen Häftlinge waren hauptsächlich Islamisten, die sich danach einer Reihe von bewaffneten Gruppen anschlossen oder diese gründeten, während säkuläre und friedliche Demonstranten und Aktivisten weiterhin inhaftiert und ermordet wurden.  (The telegraph 11. Mai 2016).
Das Regime war erpicht darauf, jegliche friedliche Aktivisten oder Intellektuelle zu töten oder zu verhaften, während die bewaffneten Elemente ignoriert und bestärkt wurden. Die Anweisungen des Oberkommandos des syrischen Heeres und der Geheimpolizeiagenturen lauten, die gebildeten und älteren Bürger zu erniedrigen und Unschuldige zu töten: Kinder und Frauen (um die Menschen zu provozieren und verrückt zu machen).[1]




1.   
2.      Die Armee- und Regimekräfte agierten in den verschiedenen Ländern mit einer Doppelmoral, basierend auf der Ethnie, Religion, Sekte oder Lebensweise des Gebiets[2]. Es war klar, dass einige Gebiete weiterhin pro Assad bleiben sollten; dort wurden die Regime-Kräfte angewiesen, sich wie Engel zu verhalten. In anderen Teilen dagegen wurden die „Teufel“ ausgesandt, um die Menschen in die entgegengesetzte Haltung zu treiben.
Dieser Plan wurde erfolgreich ausgeführt und Menschen, die jahrzehntelang gemeinsam lebten, wurden letztlich zu vollkommen Fremden, weil keine Fraktion einer anderen vertrauen oder glauben konnte. Das führte dazu, dass sie zu gefährlichen Feinden wurden, die nicht mehr auf die Vernunft hörten und sich darauf konzentrierten, was die Medien sagten, die eine vollkommen andere Geschichte sendeten als die zweite „nationale“ Medienanstalt.
3.      Obwohl die Hauptquartiere (die in jeder von der Opposition beherrschten Stadt zehnfach vorhanden waren) jedem, auch den Spionen des Regimes, bekannt und unübersehbar waren und für militärische Technologie wie die der Russen einfach zu überwachen und zu beobachten, blieben diese Hauptquartiere unbehelligt in 6 Jahren voller TNT-Fässer, Raketen  und allen möglichen anderen Arten von Angriffen (auch chemischen und international verbotenen Waffen). Während gewaltiger Kämpfe, die ihnen die Medien als „Freiheitskämpfe“ verkauften (Wie die Befreiung des Stadtzentrums von Idlib in Nord-Syrien), fuhren Konvois aus Panzern glorreich Richtung Stadtzentrum, mitten am Tag, ohne jegliche Angriffe seitens des Regimes oder der russischen Luftwaffe UND ohne jegliche Angst der Oppositionskämpfer selbst oder irgendwelche Versuche, ihre Panzer zu verstecken (!), während die Flugzeuge des syrischen Regimes exakt in diesem Moment passenderweise die dicht bevölkerten Märkte, Krankenhäuser und Schulen attackierten!
4.      Assad wandte nicht seine volle Kraft und Arsenal auf, als die Rebellion begann. Im Gegenteil, er strebte mutwillig danach, Signale seiner Schwäche an die Rebellen zu senden, um sie zu ermuntern weiterzumachen. Denn er nutzte aus militärischer Sicht sehr klassische Reaktionen, als er in einem sehr sanften Ton sprach und seine „vermeintlichen Feinde und Verschwörer“ glauben ließ, dass er wirklich Angst vor ihnen hätte, und er befürchte sein Regime könne innerhalb von ein paar Tagen fallen! Die Medien arbeiteten solange daran, die Syrer von der angeblich schwachen Stellung Assads zu überzeugen, bis dies nicht mehr angezweifelt wurde.
Der Abwurf von Bombenfässern und Raketen begann erst, als es zu spät war, die angeschobene Rebellion umzukehren oder zu beenden oder darüber nachzudenken, einen Deal mit dem Regime einzugehen.
Es wurde zu spät umzukehren als:


5.      
6.      Bald nachdem die Demonstrationen anfingen (oder auch schon vorher) begannen sich sogenannte „leaked“ Videos in den sozialen Medien auszubreiten oder sie wurden täglich über internationale TV-Nachrichten-Kanäle gesendet. Diese Videos sickerten aus Assads militärischen Punkten, Gefängnissen und Funktionärsbüros. Sie waren voller Taten, die Menschen provozieren: Beleidigungen gegen religiöse Ansichten, Frauen wurden gequält und in ihrer Ehre verletzt, kurz alles was Syrer (und radikale Muslime auf der ganzen Welt) verrückt werden lässt, dass ihnen keine andere Chance bleibt, als zu rebellieren. Für diese Radikalen in der ganzen Welt stellte reisen nach Syrien die einzige Option dar, um dem „Ruf des Dschihad zu folgen/(antworten) oder um die Ehre ihrer muslimischen Schwestern zu schützen“.
Der springende Punkt ist hier: Solche Videos oder nur Fotos durchsickern zu lassen, war die letzten 40 Jahre nahezu unmöglich gewesen! Wie ich bereits sagte, die Kriminalität des Assad-Regimes begann nicht erst in 2011. Brutalste Praktiken waren in Syrien und anderen 14 Regierungsbezirken tagtäglich für Dekaden gang und gäbe, aber nichts von diesen Praktiken hatte vorher jemals die Chance, unter irgendwelchen Umständen nach außen dringen zu können. Die Syrer und Assads Offiziere wussten, dass wer auch immer Informationen gegen den Willen der Regierung nach außen dringen ließe, würde unverzüglich und hart bestraft werden, mitsamt seinen Verwandten und geliebten Menschen.




7.    

Lesen Sie auch:

Wie das türkische Regime die syrische Krise erschuf






[1] Als dagegen einige Soldaten einmal einen bewaffneten Anführer des Widerstandes aufgriffen und das oberste Kommando glücklich anriefen, um es zu informieren, kam die von ihrem Kommandanten diese brutale, wütende Antwort: „Lasst ihn frei, ihr Bastarde!“ (Aus eigener Erfahrung des Autors, Sarakib, Nord-Syrien 2011).
[2] Gebiete wie Großstadtzentren, reiche Nachbarschaften, Christen, Alawiten und Drusen wurden gänzlich anders behandelt als ländliche und konservative Gebiete, welche systematisch bedrängt (und sogar gelockt und dazu verleitet) wurden (die Rebellion voranzutreiben).   





The Iraqi Bishop Athanasius Thomas Dawood explains how the Iraqi army left its arsenal to ISIS fighters, as if there was a secret agrrement between them both:


https://www.youtube.com/watch?v=fneJgKBZpOs

Samstag, 9. Juni 2018

Wenn Sie versuchen, die politische Landkarte eines fremden Landes zu lesen


Wenn Sie versuchen, die politische Landkarte eines fremden Landes zu lesen, müssen Sie neben den Wörtern auch die Schreibrichtung lernen. Einige Nationen schreiben von links nach rechts, andere schreiben von unten nach oben. Wenn Sie zwar Vokabel gelernt haben, aber weiterhin darauf bestehen von links nach rechts zu lesen, würden Sie dennoch fast nichts verstehen.

Wenn mir jemand Fragen stellt wie: "Ist Assads Regime säkular oder islamistisch?" oder „Wie viel hat Assad bei den letzten Wahlen bekommen?", antwortete ich: "Wissen Sie was? Es gibt keine richtige Antwort darauf. Die Frage ist falsch gestellt".

Donnerstag, 7. Juni 2018

Wie dumm ist die Verschwörungstheorie wirklich?



Wenn wir versuchen die Beziehungen zwischen internationalen Akteuren zu beschreiben, müssen wir vier Machtniveaus unterscheiden: 

1. Die Nation als Ganzes: Die Nation hat bestimmte Interessen. Sie besteht hauptsächlich aus Individuen, die nicht an politischen Entscheidungen beteiligt sind. 

2. Die Beamten: Darunter fallen Minister und Technokraten. Diese Ebene soll sich um die Interessen der Nation kümmern. Deren Sichtweise ist jedoch nicht unbedingt die gleiche wie jene der gesamten Nation. 

3. Die Geheimdienste und das Militär 

4. Ein kleiner Kreis an der Spitze der Geheimdienste: Dieser höchste Kreis ist organisatorisch mit anderen Machtzentren im Land verbunden, wie Schlüsselpersonen in Wirtschaft, Politik und Medien. 

Natürlich sind diese Ebenen nicht vollständig voneinander getrennt. Entscheidend ist, dass sich die Beziehungen zwischen den Ländern auf einer Ebene nicht unbedingt mit den Beziehungen auf den anderen Ebenen decken. Nur wenn man das bedenkt, versteht man die politischen Ereignisse. 

Die oberste Ebene ist verantwortlich für die meisten zentralen Entscheidungen in der Zeitgeschichte. Diese Ebene ist daher besonders zu beachten. Dabei sollte man sich unbedingt von dogmatischen Einordnungen lösen. Man kann die moderne Politik nicht verstehen, indem darauf einfach historische Fälle ohne jede Anpassung projiziert werden. 

Wenn gesagt wird, dass die Amerikaner in den Irak einfielen oder Indien in der Kolonialzeit unter der Brutalität der Briten litt, wird ein Denkfehler begangen, der zu vielen Fehleinschätzungen führt. Was in beiden Fällen wirklich geschah, war Folgendes: Die oberste Entscheidungsebene in den Vereinigten Staaten oder im Vereinigten Königreich, die mit Offizieren und Politikern aus dem Irak und Indien zusammenarbeitete, traf die Entscheidung, in den Irak einzumarschieren oder Indien zu kolonisieren. Die amerikanischen, britischen und irakischen Nationen waren Opfer dieser Entscheidungen und nicht ihre Verursacher. Unterschiedliche Interessen in der internationalen Politik bestehen häufig nicht zwischen den Nationen, sondern eher zwischen den Politikern aller Nationen und den Individuen aller Nationen. Kriegsentscheidungen ergeben sich aus dieser Struktur, die zur Unfreiheit ganzer Nationen führt. Dieses System zu durchschauen ist der erste Schritt, um die politische Situation zu verstehen und hoffentlich Kriege vermeiden zu können.



Samstag, 1. April 2017

Hinter den Kulissen: Die koordinierende und harmonisierende Rolle der russischen und türkischen Regierung bei der Schaffung der syrischen Krise


Die Hinweise deuten darauf hin, dass von Anfang an ein Dialog zwischen Russland und der Türkei stattfand. Es war wie ein "Todestanz", in dem die Tänzer vorspielten, einander zu hassen oder sich gegenseitig zu töten; je näher sie sich und der gegenseitigen Ermordung kommen, desto mehr "Harmonie" herrscht zwischen den Tänzern tatsächlich.
Russland und die Türkei profitierten vom Löwenanteil der Vorteile des syrischen Krieges. Russland verkaufte fast alle seine Waffen[1], die sie seit dem Zweiten Weltkrieg lagerten, während die Türkei eine ähnliche Rolle spielte und einen fast ebenso großen Gewinn aus den oben genannten Quellen erwirtschaftete. Andere werden weiter unten erläutert...

Seit dem ersten Tag der Krise waren das türkische Verhalten und das Verhalten des syrischen Militärs gleich; die ungerechtfertigten extremen, brutalen Verhaltensweisen traten parallel auf, die Öffnung der Grenzen für Waffen und Kämpfer sowie die Organisation der finanziellen Unterstützung von den arabischen Golfstaaten[2]. Während die Waffen und Kämpfer zu Tausenden mit Schwerlastfahrzeugen ins Land kamen und das Regime und die russischen Flugzeuge die Zivilbevölkerung unaufhaltsam angriffen, gab es keine gemeldeten Fälle, in denen diese Flugzeuge die Bewegung der Kämpfer und deren Waffen angriffen, die kontinuierlich aus der Türkei kamen.



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Wie die Türkei die syrische Kriseschuf






[1] 4 Millionen $ kosten Russlands Bombenangriffe auf Syrien pro Tag, natürlich finanziert von Assads Regime. Newsweek. http://newsweek.com/how-russia-became-middle-easts-new-power-broker-554227
Der so genannte “Feldzug” wurde mit klassischem Waffenarsenal ausgeführt und bestand fast ausschließlich darin, täglich wahllos tausende TNT-Fässer aus verfallenen Flugzeugen (geflogen von „verfallenen“ Piloten) abzuwerfen!   
[2] Die Grenzen (vor allen Dingen die türkische Grenze) wurden für Waffen und Kämpfer aus aller Welt geöffnet, zusammen mit den notwendigen Instruktionen, Geheimdienstinformationen, Trainings und vor allem mit großzügiger finanzieller Unterstützung und gut organisierten Kommunikations- und Logistiknetzwerken[2]. Das wurde durch systematisch vorbereitende Medien und politische Bewegungen begleitet, zusammengesetzt aus in der Diaspora lebenden Syrern, die von türkischen und westlichen Geheimdiensten versammelt und unter Namen wie „nationale Koalition“ oder „provisorische Regierung“ verwaltet wurden.
Hunderte dieser „Mitglieder“ wurden in den luxuriösesten Hotels Istanbuls untergebracht (über Jahre!) und hatten freien Zugang zu Zuschüssen, Gehältern und Privilegien (!), kontrolliert und finanziert von Sponsoren aus anderen Geheimdiensten, wie den Katarern, Saudi-Arabern, Franzosen und natürlich, wenn auch sehr subtil, von den Amerikanern.