Mittwoch, 10. Mai 2017

Über das Buch



Was in Syrien passiert ist, kann leicht in irgendeinem anderen Teil dieser Erde wiederholt werden (und es wird wiederholt). Es ist sehr wichtig und äußerst dringend, dass die Menschheit versteht, was wirklich passiert ist – WIE es passiert ist und WARUM – so dass wir diesen Drachen daran hindern können, unseren Planeten zu verschlucken und zu verbrennen, eine Nation nach der anderen.

Bezugnehmend auf die Artikel in diesem Buch soll der Leser nicht nur in die Lage versetzt werden, zu verstehen was in Syrien passiert ist, sondern auch was derzeit in Jemen, Libyen, der Venezuela geschieht, und bald auch in der Türkei, Ägypten und anderen Teilen der Welt.






Das Meiste, das Sie in den Medien gelesen oder gehört haben, ist zu 100% zutreffend. Aber WIE und WANN Sie die Berichte übermittelt bekommen, darin liegt die Manipulation!


Es sind nicht die Zahl der Opfer, das Ausmaß des moralischen und materiellen Schadens oder die Dauer der Auseinandersetzung, die nötig war, um die Probleme Syriens zu erkennen, die diesen Krieg zu einem der schrecklichsten der Geschichte machen. Im Laufe der Zeit gab es viele schreckliche Kriege, die noch mehr Menschenleben forderten, größere Zerstörung zurückließen und länger andauerten als der Krieg in Syrien  (bis zum jetzigen Zeitpunkt). Das Charakteristische an diesem Krieg ist, dass er zu einem Zeitpunkt begann, an dem man die Welt für “gereift” hielt. In einer Zeit, in der es ausgeklügelte internationale Rechtssysteme gab, die von Staaten und Organisationen mit gesundem Menschenverstand und ausgeprägtem Bewusstsein umgesetzt wurden und in der die Technologie und das Kommunikationswesen so weit fortgeschritten waren, dass man einen Krieg dieser Art auf unserem Planeten nicht mehr für möglich hielt.
Die Massaker in Ruanda oder im Kosovo fanden statt, während die Menschheit ein „Nickerchen“ machte. Die Zeiten haben sich geändert und die internationale Gemeinschaft ist „erwachsen“ geworden, hat „Alarmmelder“  eingerichtet und ethische Grundsätze sind deutlich gemacht worden, so dass Vorkommnisse dieser Art nur noch in Geschichtsbüchern auftauchen sollten. Das ist zumindest das, was die Syrer glaubten (oder was man sie vielleicht hat glauben lassen?).
Die Millionen von Demonstranten, die auf die Straße gingen, hatten unzählige Gründe, sich gegen ein so korruptes und mörderisches Regime zu Wehr zur setzen. Allerdings hatten sie zuvor auch jahrzehntelang Gründe genug, um diesen Schritt nicht zu tun. Die Syrer waren keineswegs ignorant, was die Ethik (oder „Nicht-Ethik“) ihres Regimes und dessen grenzenlose Brutalität betraf. Genau genommen waren sie sich der Regeln und Werte des Regimes und seiner Verbündeten zumindest seit 1982, vielleicht sogar noch eher, bewusst und sie waren auch nicht dumm genug, sich bezüglich ihres eigenen Arsenals und des ihres Landes zu verkalkulieren[1]. Sie (oder einige von ihnen) sind in der Revolution gegen das Regime tätig geworden, weil sie sich auf die angebliche „Reife“ der Nationen und Organisationen auf der ganzen Welt verlassen haben, einschließlich vieler äußerer Ereignisse, bezüglich derer die Syrer weder eine Wahl, noch den geringsten Einfluss darauf hatten[2]. Aber, und das ist sehr wichtig,  dieses Vertrauen war nicht spontanen Ursprungs, sondern (und das ist genau das, was ich auf den folgenden Seiten dieses Buchs zu erklären versuche) wurde systematisch aufgebaut, und dieser Punkt ist entscheidend, um genau zu verstehen, was passiert ist.
Die systematischen Signale, Versprechungen und Deklarationen, die Präsidenten wie Obama, Erdogan und viele andere systematisch und kontinuierlich während sämtlicher Jahre und Phasen der Syrien-Krise verlauten ließen, lassen keinen Zweifel daran, dass diese Deklarationen nicht zufällig, fehlgeleitet oder voller Unschuld geäußert wurden. Diese Signale und Versprechungen wurden von systematischer Arbeit vor Ort begleitet.
War dies also eine „Verschwörung“ gegen das syrische Regime? Was, wenn dieses Regime eine zentrale Rolle bei dieser Verschwörung (gegen sich selbst!) gespielt hat, die wichtigste treibende Kraft war und synchron mit seinen Partnern und mit deren Hilfe und Unterstützung daran gearbeitet hat, die Ereignisse in Richtung ihres tragischen und katastrophalen Ausgangs zu lenken?! Das klingt wie ein Paradoxon oder ein Mysterium? Ich werde versuchen, genau das auf den Seiten dieses Buchs zu beschreiben und zu erklären.

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Das Assad-Regime als Auslöser der Revolution (gegen sich selbst) –nicht ihr Opfer oder Vermeider






Freitag, 14. April 2017

Das Assad-Regime als Auslöser der Revolution

Ich werde diesen Artikel mit der Auflistung mehrerer Beweise und Fakten beginnen, die belegen, dass das Assad-Regime nicht nur „das korrupte Regime war, das Angst vor einer Revolution hatte und schwer daran arbeitete, eine Revolution zu vermeiden, und als diese doch begann, damit anfing Menschen wahllos und brutal zu töten“, wie es immer gerne behauptet wurde. Genau diese (falsche) Aussage propagierten und verbreiteten die internationalen klassischen Medien fortwährend. Vielmehr werden die folgenden Tatsachen hinreichend untermauern, dass das Assad-Regime bewusst beabsichtigte, eine Revolution anzuschieben, sie zu provozieren und mit Nachdruck daran arbeitete, sie am Laufen zu halten, als sie an Schwung verlor und zu erliegen drohte (ich werde später erläutern WARUM). Assad und sein Regime bemühte sich, dieser Revolution alle Gründe zu liefern, mit ihr zu beginnen und fortzufahren, und zwar mit voller Koordination und Parallelarbeit zusammen mit seinen „vermeintlichen Feinden“, d. h. der Türkei und ihren Verbündeten.


Während tausende ausländischer Kämpfer die Grenzen überfluteten (und es immer noch tun), ausgerüstet mit Tonnen von Waffen, finanzieller und logistischer Hilfe, arbeiteten das syrische Regime und die russische Armee mit Hochdruck daran, syrische Städte eine nach der anderen zu zerstören. In fast keinem Fall wurden die ankommenden Kämpfer oder Waffen-Konvois von den Luftmächten des russischen oder syrischen Regimes gestört, obwohl sie offen sichtbar, ohne Gegenwehr an den türkischen und anderen Grenzen, in die von der Opposition kontrollierten Bereiche der syrischen Städte transportiert wurden.
Darüber hinaus ließ das Regime kurz nach Beginn der Rebellion und der Demonstrationen tausende verhafteter Radikaler frei, die in den Gefängnissen von Sednaya[1] und Palmira in Untersuchungshaft saßen. Diese Leute wurden vor ihrer Entlassung über Jahre (oder in vielen Fällen Jahrzehnte) vorbereitet und waren dafür vorgesehen, die späteren bewaffneten Rebellionen anzuführen. Die Anführer von Al Nusra, Isis und Ahrar Al Sham gehörten, neben Intellektuellen, die später die Gremien der politischen Opposition wie z.B. „die nationale Koalition“ formten, weitgehend zu genau dieser Gruppe, gemeinsam mit denjenigen, die von der Diaspora rekrutiert oder geschickt wurden und ausländischen Kämpfern.
Das Regime hat klar und systematisch die bewaffneten Bewegungen bestärkt, während es jegliche friedliche Fraktionen brutal bekämpft hat:







[1] http://www.spiegel.de/international/world/former-prisoners-fight-in-syrian-insurgency-a-927158.html: “Im März 2011 zu Beginn der Aufstände ließ Baschar al-Assad erneut viele Dschihadisten aus den Gefängnissen frei. Gleichzeitig wurden seitdem Zehntausende von syrischen Studenten, liberalen Aktivisten und Menschenrechtlern verhaftet. Erst kürzlich dokumentierte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch einige Schicksale“, was die Annahme nahelegt, das viele willkürlich festgenommen, gefoltert und unfairen Gerichtsprozessen unterzogen wurden.
Ebenso: http://s.telegraph.co.uk/graphics/projects/isis-jihad-syria-assad-islamic/ : Sednaja Gefängnis, nordöstlich von Damaskus, Syrien. Tausende politische Häftlinge wurden hier durch das Regime des Präsidenten Assad festgehalten, es ist zahlreich bezeugt, dass Präsident Bashar al-Assad sich während seiner Herrschaft sehr ambivalent den Dschihadisten gegenüber zeigte. Er ermunterte sie, in den Irak zu gehen, um Zarqawis Al-Qaida-Ableger beizutreten, dem Vorgänger von Isil, und nach 2003 Amerika zu bekämpfen, verhaftete aber dennoch viele bei ihrer Rückkehr nach Hause, sofern sie ihm als ähnliche Bedrohung für seine eigene Herrschaft erschienen. Als der Aufstand in Syrien im Frühjahr 2011 begann, ließ er hunderte von ihnen im Rahmen einer Begnadigung frei. Die Begnadigung, vermeintlich für politische Häftlinge, wurde zu der Zeit als Betrug oder auch zu wenig zu spät angeprangert. Tatsächlich war diese aber einer der wichtigsten politischen Entscheidungen, die Assad traf. Die freigelassenen Häftlinge waren hauptsächlich Islamisten, die sich danach einer Reihe von bewaffneten Gruppen anschlossen oder diese gründeten, während säkuläre und friedliche Demonstranten und Aktivisten weiterhin inhaftiert und ermordet wurden.  (The telegraph 11. Mai 2016).
Das Regime war erpicht darauf, jegliche friedliche Aktivisten oder Intellektuelle zu töten oder zu verhaften, während die bewaffneten Elemente ignoriert und bestärkt wurden. Die Anweisungen des Oberkommandos des syrischen Heeres und der Geheimpolizeiagenturen lauten, die gebildeten und älteren Bürger zu erniedrigen und Unschuldige zu töten: Kinder und Frauen (um die Menschen zu provozieren und verrückt zu machen).[1]




1.   
2.      Die Armee- und Regimekräfte agierten in den verschiedenen Ländern mit einer Doppelmoral, basierend auf der Ethnie, Religion, Sekte oder Lebensweise des Gebiets[2]. Es war klar, dass einige Gebiete weiterhin pro Assad bleiben sollten; dort wurden die Regime-Kräfte angewiesen, sich wie Engel zu verhalten. In anderen Teilen dagegen wurden die „Teufel“ ausgesandt, um die Menschen in die entgegengesetzte Haltung zu treiben.
Dieser Plan wurde erfolgreich ausgeführt und Menschen, die jahrzehntelang gemeinsam lebten, wurden letztlich zu vollkommen Fremden, weil keine Fraktion einer anderen vertrauen oder glauben konnte. Das führte dazu, dass sie zu gefährlichen Feinden wurden, die nicht mehr auf die Vernunft hörten und sich darauf konzentrierten, was die Medien sagten, die eine vollkommen andere Geschichte sendeten als die zweite „nationale“ Medienanstalt.
3.      Obwohl die Hauptquartiere (die in jeder von der Opposition beherrschten Stadt zehnfach vorhanden waren) jedem, auch den Spionen des Regimes, bekannt und unübersehbar waren und für militärische Technologie wie die der Russen einfach zu überwachen und zu beobachten, blieben diese Hauptquartiere unbehelligt in 6 Jahren voller TNT-Fässer, Raketen  und allen möglichen anderen Arten von Angriffen (auch chemischen und international verbotenen Waffen). Während gewaltiger Kämpfe, die ihnen die Medien als „Freiheitskämpfe“ verkauften (Wie die Befreiung des Stadtzentrums von Idlib in Nord-Syrien), fuhren Konvois aus Panzern glorreich Richtung Stadtzentrum, mitten am Tag, ohne jegliche Angriffe seitens des Regimes oder der russischen Luftwaffe UND ohne jegliche Angst der Oppositionskämpfer selbst oder irgendwelche Versuche, ihre Panzer zu verstecken (!), während die Flugzeuge des syrischen Regimes exakt in diesem Moment passenderweise die dicht bevölkerten Märkte, Krankenhäuser und Schulen attackierten!
4.      Assad wandte nicht seine volle Kraft und Arsenal auf, als die Rebellion begann. Im Gegenteil, er strebte mutwillig danach, Signale seiner Schwäche an die Rebellen zu senden, um sie zu ermuntern weiterzumachen. Denn er nutzte aus militärischer Sicht sehr klassische Reaktionen, als er in einem sehr sanften Ton sprach und seine „vermeintlichen Feinde und Verschwörer“ glauben ließ, dass er wirklich Angst vor ihnen hätte, und er befürchte sein Regime könne innerhalb von ein paar Tagen fallen! Die Medien arbeiteten solange daran, die Syrer von der angeblich schwachen Stellung Assads zu überzeugen, bis dies nicht mehr angezweifelt wurde.
Der Abwurf von Bombenfässern und Raketen begann erst, als es zu spät war, die angeschobene Rebellion umzukehren oder zu beenden oder darüber nachzudenken, einen Deal mit dem Regime einzugehen.
Es wurde zu spät umzukehren als:
·         die ausländischen Kämpfer zur stärksten Macht auf dem Boden wurden, ihre Arsenale und bewaffneten Hauptquartiere etablierten, und als sie sich irgendwann von den Einheimischen abkoppelten und diese arrogant oder ignorant behandelten.

·         Andererseits war es zu spät umzukehren, als die Syrer darauf vorbereitet wurden, bereitwillig eine Haltung „für Freiheit und Würde bis in den Tod“ anzunehmen. Diese Verpflichtung oder Schuldigkeit hatten sie nicht, bevor die Rebellion begann. Das Assad-Regime setzte seine volle Kraft nur dann ein, wenn es sich ernsthaft für etwas engagierte und ein Rückzug zu erniedrigend geworden wäre. Zu dieser Zeit lobten die Medienkanäle (vor allem Al Jazeera) jene, die ihr Leben für die Freiheit opferten und terrorisierten jeden, der dazu tendierte, Frieden oder Übereinkunft mit dem Regime zu schließen. Sie gingen sogar soweit, dies als Verrat am Blut der Märtyrer und an den Freiheitsprinzipien darzustellen. Die Umkehr wurde auch unmöglich für Syrer, die ihren Versprechen und Verpflichtungen nachkommen, egal wieviel sie dabei verlieren, und ungeachtet der zu erleidenden Tragödie (besonders nachdem sie in vielerlei Hinsicht darauf vorbereitet worden waren, wie ich in anderen Teilen dieses Buches erläutere).

5.      Der Opposition gegen Assad (den Islamisten und Rebellen) war es erlaubt, sich in Nähe der Stadtzentren aufzuhalten und lokal hergestellte Granaten täglich auf die Einwohner der Stadt zu werfen, vor allem um Christen und andere Minderheiten zu töten.
Obwohl es zu diesem Zeitpunkt für das Assad-Regime sehr einfach und naheliegend war, die Orte zu zerstören, an denen diese Granaten hergestellt und gestartet wurden, überging das Regime sie und konzentrierte sich auf die fernen Ziele.
Dieses Übergehen garantierte Assad die Loyalität der Stadtbewohner und ihre feindselige Haltung gegenüber der Opposition und hielt sie auf Assads Seite, wobei sich Wörter wie „Frieden“ in Alptraum und in einige der hässlichsten Begriffe überhaupt wandelten.
6.      Bald nachdem die Demonstrationen anfingen (oder auch schon vorher) begannen sich sogenannte „leaked“ Videos in den sozialen Medien auszubreiten oder sie wurden täglich über internationale TV-Nachrichten-Kanäle gesendet. Diese Videos sickerten aus Assads militärischen Punkten, Gefängnissen und Funktionärsbüros. Sie waren voller Taten, die Menschen provozieren: Beleidigungen gegen religiöse Ansichten, Frauen wurden gequält und in ihrer Ehre verletzt, kurz alles was Syrer (und radikale Muslime auf der ganzen Welt) verrückt werden lässt, dass ihnen keine andere Chance bleibt, als zu rebellieren. Für diese Radikalen in der ganzen Welt stellte reisen nach Syrien die einzige Option dar, um dem „Ruf des Dschihad zu folgen/(antworten) oder um die Ehre ihrer muslimischen Schwestern zu schützen“.
Der springende Punkt ist hier: Solche Videos oder nur Fotos durchsickern zu lassen, war die letzten 40 Jahre nahezu unmöglich gewesen! Wie ich bereits sagte, die Kriminalität des Assad-Regimes begann nicht erst in 2011. Brutalste Praktiken waren in Syrien und anderen 14 Regierungsbezirken tagtäglich für Dekaden gang und gäbe, aber nichts von diesen Praktiken hatte vorher jemals die Chance, unter irgendwelchen Umständen nach außen dringen zu können. Die Syrer und Assads Offiziere wussten, dass wer auch immer Informationen gegen den Willen der Regierung nach außen dringen ließe, würde unverzüglich und hart bestraft werden, mitsamt seinen Verwandten und geliebten Menschen.
Auch wenn die Medien des Regimes offiziell behaupteten, über solche Videos äußerst empört zu sein und sie abstritten, zeigt eine einfache Überprüfung dieser  angeblich „durchgesickerten“ Videos, dass diese mit einfach zu bedienenden Geräten ungehindert, also nicht heimlich, aufgenommen wurden, nicht etwa durch verängstigte Kameramänner und versteckte oder stationäre Kameras beispielsweise. Da diese angeblich heimlich gefilmten Videos mit Mobiltelefonen von Assads Soldaten aufgezeichnet wurden, hätte die Geheimpolizei sie einfach identifizieren können. Das bedeutet, Assads Regime wollte die Verbreitung und lies sie willentlich geschehen. Und diese Videos wurden während der Kriegsjahre systematisch auf täglicher Basis aufgenommen und verbreitet (WARUM, dazu komme ich später).



7.    

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[1] Als dagegen einige Soldaten einmal einen bewaffneten Anführer des Widerstandes aufgriffen und das oberste Kommando glücklich anriefen, um es zu informieren, kam die von ihrem Kommandanten diese brutale, wütende Antwort: „Lasst ihn frei, ihr Bastarde!“ (Aus eigener Erfahrung des Autors, Sarakib, Nord-Syrien 2011).
[2] Gebiete wie Großstadtzentren, reiche Nachbarschaften, Christen, Alawiten und Drusen wurden gänzlich anders behandelt als ländliche und konservative Gebiete, welche systematisch bedrängt (und sogar gelockt und dazu verleitet) wurden (die Rebellion voranzutreiben).   



The Iraqi Bishop Athanasius Thomas Dawood explains how the Iraqi army left its arsenal to ISIS fighters, as if there was a secret agrrement between them both:


https://www.youtube.com/watch?v=fneJgKBZpOs

Samstag, 1. April 2017

Hinter den Kulissen: Die koordinierende und harmonisierende Rolle der russischen und türkischen Regierung bei der Schaffung der syrischen Krise


Die Hinweise deuten darauf hin, dass von Anfang an ein Dialog zwischen Russland und der Türkei stattfand. Es war wie ein "Todestanz", in dem die Tänzer vorspielten, einander zu hassen oder sich gegenseitig zu töten; je näher sie sich und der gegenseitigen Ermordung kommen, desto mehr "Harmonie" herrscht zwischen den Tänzern tatsächlich.
Russland und die Türkei profitierten vom Löwenanteil der Vorteile des syrischen Krieges. Russland verkaufte fast alle seine Waffen[1], die sie seit dem Zweiten Weltkrieg lagerten, während die Türkei eine ähnliche Rolle spielte und einen fast ebenso großen Gewinn aus den oben genannten Quellen erwirtschaftete. Andere werden weiter unten erläutert...

Seit dem ersten Tag der Krise waren das türkische Verhalten und das Verhalten des syrischen Militärs gleich; die ungerechtfertigten extremen, brutalen Verhaltensweisen traten parallel auf, die Öffnung der Grenzen für Waffen und Kämpfer sowie die Organisation der finanziellen Unterstützung von den arabischen Golfstaaten[2]. Während die Waffen und Kämpfer zu Tausenden mit Schwerlastfahrzeugen ins Land kamen und das Regime und die russischen Flugzeuge die Zivilbevölkerung unaufhaltsam angriffen, gab es keine gemeldeten Fälle, in denen diese Flugzeuge die Bewegung der Kämpfer und deren Waffen angriffen, die kontinuierlich aus der Türkei kamen.



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[1] 4 Millionen $ kosten Russlands Bombenangriffe auf Syrien pro Tag, natürlich finanziert von Assads Regime. Newsweek. http://newsweek.com/how-russia-became-middle-easts-new-power-broker-554227
Der so genannte “Feldzug” wurde mit klassischem Waffenarsenal ausgeführt und bestand fast ausschließlich darin, täglich wahllos tausende TNT-Fässer aus verfallenen Flugzeugen (geflogen von „verfallenen“ Piloten) abzuwerfen!   
[2] Die Grenzen (vor allen Dingen die türkische Grenze) wurden für Waffen und Kämpfer aus aller Welt geöffnet, zusammen mit den notwendigen Instruktionen, Geheimdienstinformationen, Trainings und vor allem mit großzügiger finanzieller Unterstützung und gut organisierten Kommunikations- und Logistiknetzwerken[2]. Das wurde durch systematisch vorbereitende Medien und politische Bewegungen begleitet, zusammengesetzt aus in der Diaspora lebenden Syrern, die von türkischen und westlichen Geheimdiensten versammelt und unter Namen wie „nationale Koalition“ oder „provisorische Regierung“ verwaltet wurden.
Hunderte dieser „Mitglieder“ wurden in den luxuriösesten Hotels Istanbuls untergebracht (über Jahre!) und hatten freien Zugang zu Zuschüssen, Gehältern und Privilegien (!), kontrolliert und finanziert von Sponsoren aus anderen Geheimdiensten, wie den Katarern, Saudi-Arabern, Franzosen und natürlich, wenn auch sehr subtil, von den Amerikanern.

Freitag, 31. März 2017

Wie das türkische Regime die syrische Krise erschuf



Obwohl die Medien selten die Türkei erwähnen, wenn sie über die syrische Krise sprechen, es sei denn als "unschuldiges neutrales Nachbarland" und eines der "Kriegsopfer", dreht es sich bei der syrischen Krise hauptsächlich um die Türkei: Keine Türkei = keine Krise  = kein IS = kein Krieg!



In seltsam umfassender Koordination mit dem Assad-Regime schuf die Türkei die syrische Krise und kontrolliert sie bis heute:

         Zuerst förderte die Türkei die Krise, indem sie den Syrern (vor allem der sunnitischen Mehrheit) klare Botschaften schickte, sie sollen ihre Revolution starten, wobei sie klar und systematisch versprachen, dass die Türkei sie nicht im Stich lassen und sie als Muslime, sunnitische "Brüder" und als Freiheitsuchende unterstützen würde!

         Dann wurden die Grenzen systematisch für Kämpfer aus der ganzen Welt geöffnet, mit unbegrenzten Mengen an Waffen, geheimer Finanzierung aus dem globalen Schwarzmarkt, um bestimmte Fraktionen kontrolliert ferngesteuert zu unterstützen, und nur, um präzise entwickelte, geheime Ziele zu erreichen. Das türkische Regime erleichterte auch den Aufstieg des IS, zum Beispiel durch die Öffnung der Grenzen und das Unterlassen jeglicher Kontrolle über menschliche oder logistische Bewegungen, womit sie den Start, das Überleben und das Wachstum des IS garantierten.

         Präzise Filterung der Hilfe und Unterstützung ermöglichte es, die Situation zu erschweren und zu verschlechtern, während ein Boykott von Hilfe oder Waffen die Krise hätte beenden  oder sogar zur Aufgabe der Tyrannei hätte führen können[2].

Indem es dieses Spiel spielt, scheint das türkische Regime in vielerlei Hinsicht riesige Gewinne zu erzielen, was ihm ermöglichte, buchstäblich 23 Millionen Syrer zu entführen, zu erpressen und über sie mit der Welt zu verhandeln, während es inzwischen von unbegrenzten Quellen profitiert:

         Monopolisierung des Handels von Nord-Syrien, einschließlich der Bewegung der kommerziellen, finanziellen Transaktionen oder sogar menschlicher Hilfe!

         Sperrung der Grenzen, so dass die Syrer in echter Not große Schmiergelder an die türkische Polizei-Mafia zahlen müssen[3], um  auf ihrem Weg nach Europa oder zum Rest der Welt in die Türkei gelassen zu werden.

         Der Einsatz und die Ausbildung von Söldnern zur systematischen Beseitigung syrischer Vermögenswerte: Fabriken, Einrichtungen usw., die Monopolisierung des Handels mit gestohlenen syrischen Denkmälern und selbst die menschlichen Organe der Syrer waren vor der türkischen Mafia nicht sicher. .

         Exklusiver Einlass reicher Syrer, mit doppelten oder verdreifachten Kosten für Miete oder Wohnsitz, mit zunehmenden täglichen Erpressungen (steigende Aufenthaltsgebühren, Steuern, etc.).

         Profit durch die Hilfen von internationalen Organisationen, arabischen reichen Ländern und den Syrern in der Diaspora, die dann in den türkischen Banken, bei den Unternehmern und anderen Wirtschaftszweigen landen.

         Zu guter Letzt, die Syrer als Teil ihres Spiels zur schamlosen Bedrohung Europas zu benutzen, man würde die Grenzen für die Flüchtlinge zu öffnen, wenn die Europäische Union die Türkei nicht als zukünftiges Mitglied akzeptiere! Indem sie eine effektive Verriegelung - für den Fall eines Beitritts - versprachen, erpressten sie die Europäer, das zu akzeptieren, was sie seit Ewigkeiten nicht wollten und verweigerten.










[3] Bis zu mehreren tausend US Dollar pro Person, um hineinzukommen, und nochmal fast das Doppelte, um nach Europa ausreisen zu können. Keine Erstattung für den Fall, dass sie irgendwo gefasst werden oder Europa nicht erreichen konnten! Mehr dazu in Essay 4. Als ich diese Zeilen schrieb, zahlten einige Syrer, die in Europa leben, bis zu 20.000 US Dollar für versprochene, nicht garantierte Visa für die Türkei, um ihr Heimatland zu erreichen, weil sie es nicht wagen, den Weg von Assads Regime zu kreuzen.