Montag, 11. Juni 2018

Das Assad-Regime als Auslöser der Revolution

In diesem Kapitel zeige ich detaillierter auf, was ich im Vorwort das "mysteriöse Verhalten des Assad-Regimes" während der syrischen Krise genannt habe. Ich werde 10 Fakten als Beispiele für dieses mehrdeutige Verhalten anführen und diese kurz beschreiben.
Dieses Verhalten wurde von den Massenmedien  als "bloße Dummheit" oder "die erwartete Reaktion eines Diktators, der versucht, seine Macht zu behaupten" erklärt. Dieser Interpretation stimme ich nicht zu.
Dieser Teil handelt von Fakten, nicht von einer Theorie. Ich habe diese Ereignisse miterlebt und - wenn möglich – zusätzlich Referenzen aus verschiedenen vertrauenswürdigen Quellen hinzugefügt. Ich würde es begrüßen, wenn der Leser diese Fakten auch mit anderen für ihn vertrauenswürdigen Quellen überprüfen würde.
Meine Theorie zur Erklärung des Verhaltens von Assad wird in späteren Kapiteln erörtert. Der Leser kann sich natürlich darüber seine eigene Meinung bilden. Meine Meinung werde ich jedoch mit verschiedenen externen Quellen untermauern.




Während Tausende ausländischer Kämpfer nach Syrien strömten, arbeitete die Armee des syrischen Regimes mit voller Kraft daran, syrische Städte nacheinander zu zerstöre.[1]Das änderte sich nicht, als die russischen Luftstreitkräfte einen Teil der Zerstörungsoperation übernommen hatten[2]. Die Kämpfer überquerten täglich die syrischen Grenzen, bewaffnet mit Tonnen von Waffen und Fahrzeugen. Sie kamen hauptsächlich von den türkischen Grenzen und teilweise von Jordanien, Libanon und Irak. In fast keinem Fall wurden die Konvois der Kämpfer angegriffen. Sie bewegten sich klar und ohne Heraus­forderung. Weder die Luftwaffe des syrischen Regimes noch die der Russen versuchten, sie aufzuhalten.

Weiter und kurz nachdem die Rebellion begann, befreite das Regime Tausende von inhaftierten Radikalen, die im berühmten Gefängnis Sednaya[3] eingesperrt waren. Sydnaya und davor Palmira sind die syrischen Ausgaben des berühmten irakischen Gefängnisses Abu Ghoraib. Sie werden als "Labora­torien zur Herstellung von Terroristen" bezeichnet.
General Khaled Al Mutlak, ein zur Opposition übergelaufener Offizier syrischer Offizier, schrieb in seinem informativen Artikel:
"Das Sednaya-Gefängnis war und ist immer noch eine Arbeit für die Geheimdienste des syrischen Regimes. Es produziert Persönlichkeiten, die gegen das Regime sind, die dem Terrorismus verdächtigt werden und nach ihrer Freilassung die Haupt­instrumente zur Erreichung der Ziele des Assad-Regimes wurden. [...] Sie nahmen die Führungs­positionen der Fraktionen ein, die als Islamisten bezeichnet wurden, mit voller Unterstützung der arabischen und internationalen Geheimdienste. "[4]
General Mutlak nannte einige Beispiele für diese Figuren:

• Abu Lokman, einer der Gründer der Al-Nusra-Front in Syrien, der auch als IS-Führer (Emir) in Al Raqqa [Nord­syrien und die Hauptstadt des IS in Syrien] tätig war.
• Mahmoud Al Kholaif, der Sicherheitsoffizier in ISIS
• Haj Fadel Al Agha, der Beziehungsbeauftragte
• Abu Abdul Rahman Al Hamwi, Führer von Al Nusra in Hama
• Abu Naser Darwasha, der Cousin von Abu Mohammad Al Jawlani, dem Anführer von HTS (Hay'at Tahrir Al Sham, zuvor Al Nusra Front)
• Abu Hafs Al Keswani, der Islamistenführer in Daraa
und andere.

"Der Grund, warum das Regime sie zu Beginn der syrischen Revolution freigelassen hat, war, die Militarisierung des Aufstandes zu vollenden", sagte Naser, der Ende 2012 übergelaufen ist. "Und krimi­nelle Handlungen anzuregen, damit die Revolution den Eindruck eines Kriminalfalls vermitteln wird, dass das Regime gegen Terroristen kämpft [...]“ John Kerry, der scheidende Außenminister [von USA] , sagte im November 2015, ISIS sei "von Assad" geschaffen worden […]. Assads Ziel war es, der Welt zu sagen: "Ich oder die Terro­risten." [5]

Die meisten Analysten, oppositionellen Denker und Autoren stimmen dieser Analyse zu.

Mein Einwand gegen diese einfache Erklärung lautet: Das Assad-Regime hat dieses Ziel innerhalb der ersten zwei Jahre erreicht. An dieser Stelle steht ein großes Fragezeichen. Bis zum Jahr 2013 besetzte der IS weite Teile Syriens und des Irak, belegte mit diesen Aktionen in den Medien und auf den ersten Seiten internationaler Zeitungen viel Platz. Die Syrer hatten genug von den Islamisten und ausländischen Fraktionen. Das Assad-Regime hatte die Berechtigung, die bewaffnete Rebellion zu beenden und seine Kontrolle über Syrien wiederherzustellen. Wie ich in den folgenden Punkten erklären werde, hat das Assad-Regime genau das Gegenteil getan.







1.   

Das Regime hat die bewaffneten Bewegungen klar und systematisch unterstützt und dabei friedliche Aktivitäten brutal unterdrückt:

1.      Zu Beginn der Rebellion erhielten die Rebellen die meisten ihrer Waffen scheinbar vom syrischen Regime. Die Offiziere des Assad-Regimes verkauf­ten den Rebel­len alles, was sie brauchten. Dies erschien zunächst als bloße Korruption. Jeder, der über grundlegende Kenntnisse in syrischen Angelegen­heiten verfügt, weiß jedoch, dass dies ohne grünes Licht des zentralen Kommandos der Geheimdienste des Assad-Regimes nicht möglich ist. Das Risiko ist sehr hoch und die Entdeckung solcher Geschäfte ist fast sicher. Kein vernünftiger Offizier würde so viel für ein paar tausend Dollar riskieren. Das könnte für den Offizier, seine Familie und sogar seinen Clan eine Ewigkeit in der Hölle bedeuten. Nach dem Massaker von Hama 1982 hätte kein Syrer den Mut gehabt, jemandem, der gegen das Regime kämpfte, eine Zigarette zu verkaufen. Selbst wenn man nur mit einer verdächtigen Person sprach, war das ein Verbrechen, geschweige denn Waffen zu verkaufen. Wenn solche Geschäfte regelmäßig unter ähnlichen Bedingungen im ganzen Land stattfinden, kann das nicht zufällig geschehen. Dies ist ein systematischer Prozess mit voller Zustimmung des hohen zentralen Kommandos der Geheimdienste des Assad-Regimes. Die meisten dieser Offiziere, die solche Geschäfte tätigten, zogen in Gebiete, die vom Regime kontrolliert werden, wo sie viele Jahre leben würden. Keiner von ihnen wurde für diese Geschäfte untersucht oder bestraft.


[3] Gleiche Quelle wie oben:
http://www.spiegel.de/international/world/former-prisoners-fight-in-syrian-insurgency-a-927158.html: “Im März 2011 zu Beginn der Aufstände ließ Baschar al-Assad erneut viele Dschihadisten aus den Gefängnissen frei. Gleichzeitig wurden seitdem Zehntausende von syrischen Studenten, liberalen Aktivisten und Menschenrechtlern verhaftet. Erst kürzlich dokumentierte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch einige Schicksale“, was die Annahme nahelegt, das viele willkürlich festgenommen, gefoltert und unfairen Gerichtsprozessen unterzogen wurden.
Ebenso: http://s.telegraph.co.uk/graphics/projects/isis-jihad-syria-assad-islamic/ : Sednaja Gefängnis, nordöstlich von Damaskus, Syrien. Tausende politische Häftlinge wurden hier durch das Regime des Präsidenten Assad festgehalten, es ist zahlreich bezeugt, dass Präsident Bashar al-Assad sich während seiner Herrschaft sehr ambivalent den Dschihadisten gegenüber zeigte. Er ermunterte sie, in den Irak zu gehen, um Zarqawis Al-Qaida-Ableger beizutreten, dem Vorgänger von Isil, und nach 2003 Amerika zu bekämpfen, verhaftete aber dennoch viele bei ihrer Rückkehr nach Hause, sofern sie ihm als ähnliche Bedrohung für seine eigene Herrschaft erschienen. Als der Aufstand in Syrien im Frühjahr 2011 begann, ließ er hunderte von ihnen im Rahmen einer Begnadigung frei. Die Begnadigung, vermeintlich für politische Häftlinge, wurde zu der Zeit als Betrug oder auch zu wenig zu spät angeprangert. Tatsächlich war diese aber einer der wichtigsten politischen Entscheidungen, die Assad traf. Die freigelassenen Häftlinge waren hauptsächlich Islamisten, die sich danach einer Reihe von bewaffneten Gruppen anschlossen oder diese gründeten, während säkuläre und friedliche Demonstranten und Aktivisten weiterhin inhaftiert und ermordet wurden.  (The telegraph 11. Mai 2016).

[4] https://www.syria.tv/content/مختبرات-ترويض-الإرهاب . Mutlak meint, dass "die Geschichte der Herstellung und Vorbereitung dieser Personen unter anderem 2005 begann. Die syrischen Geheimdienste haben ein praktisches Trainingsprogramm zur Vorbereitung von dschiha­dis­ti­schen Islamisten und Zivilisten durchgeführt, die als Teil einer größeren Prüfung des internen Konflikts qualifiziert wurden. Der Ort dieses Tests war das Sydnaya-Gefängnis, wo das Gefängnis nach der ersten Rebellion (27. März 2009), dann die zweite (5. Juni 2008) schrittweise an die islamistischen Gefangenen übergeben wurde".

[5] “Assad Henchman: Here’s How We Built ISIS” a two-year investi­gation by The Daily Beast shows.








Lesen Sie auch:

Wie das türkische Regime die syrische Krise erschuf











The Iraqi Bishop Athanasius Thomas Dawood explains how the Iraqi army left its arsenal to ISIS fighters, as if there was a secret agrrement between them both:


https://www.youtube.com/watch?v=fneJgKBZpOs

Freitag, 31. März 2017

Wie das türkische Regime die syrische Krise erschuf

Obwohl die Medien selten die Türkei erwähnen, wenn sie über die syrische Krise sprechen, es sei denn als "unschuldiges neutrales Nachbarland" und eines der "Kriegsopfer", dreht es sich bei der syrischen Krise hauptsächlich um die Türkei: Keine Türkei = keine Krise  = kein IS[1] [i]=kein Krieg!


In seltsam umfassender Koordination mit dem Assad-Regime schuf die Türkei die syrische Krise und kontrolliert sie bis heute:

         Zuerst förderte die Türkei die Krise, indem sie den Syrern (vor allem der sunnitischen Mehrheit) klare Botschaften schickte, sie sollen ihre Revolution starten, wobei sie klar und systematisch versprachen, dass die Türkei sie nicht im Stich lassen und sie als Muslime, sunnitische "Brüder" und als Freiheitsuchende unterstützen würde!


[1] See Charles Glass’s book: Syria Burning: A Short History of a Catastrophe: “Turkey is not the only enabler of the Islamist fundamentalists who have kidnapped and murdered Syrians, Iraqis and Westerners since 2011. Two other Middle East allies of United States and Britain, namely Qatar and Saudi Arabia, funded the groups that became ISIS.”



[i] “American Vice President Joe Biden admitted as much to Harvard University’s John F. Kennedy Forum:
"And what my constant cry was that our biggest problem is our allies - our allies in the region where our largest problem in Syria. The Turks were great friends - and I have the greatest relationship with [Turkish President Recep Tayyip] Erdogan., which I just spent a lot of time with - the Saudis, the Emiratis etc... What were they doing?
They were determined to take down Assad and essentially have  a proxy Sunni-Shia war, what did they do? They poured hundreds of millions of dollars and tens, thousands of tons into anyone who would fight against the Assad except that the people who were being supplied were al-Nusra and al Qaeda and extremist elements of jihadists coming from other part of the world."
What Biden neglected to say was that America's allies conducted that policy with the knowledge of the united States, which did nothing to stop it. The weapons supplied to the fanatics were manufactured in the US, and American intelligence in Turkey knew which rebels Turkey, Qatar and Saudi Arabia were assisting. Moreover, the moving forces within ISIS, including its mercurial leader Abu Bakr al-Baghdadi, were graduates of the American prison system in Iraq, where previously non-political Sunni Muslims became radicals." Syria Burning: A Short History of a Catastrophe, by Charles Glass, ISBN: 978-1784785161 




         Dann wurden die Grenzen systematisch für Kämpfer aus der ganzen Welt geöffnet, mit unbegrenzten Mengen an Waffen, geheimer Finanzierung aus dem globalen Schwarzmarkt, um bestimmte Fraktionen kontrolliert ferngesteuert zu unterstützen, und nur, um präzise entwickelte, geheime Ziele zu erreichen. Das türkische Regime erleichterte auch den Aufstieg des IS, zum Beispiel durch die Öffnung der Grenzen und das Unterlassen jeglicher Kontrolle über menschliche oder logistische Bewegungen, womit sie den Start, das Überleben und das Wachstum des IS garantierten.

         Präzise Filterung der Hilfe und Unterstützung ermöglichte es, die Situation zu erschweren und zu verschlechtern, während ein Boykott von Hilfe oder Waffen die Krise hätte beenden  oder sogar zur Aufgabe der Tyrannei hätte führen können[2].



18,000 Syrian Children Victim to Organ Harvesting

The original Video can be found here:

https://www.youtube.com/watch?v=RJteT03PrGI



Indem es dieses Spiel spielt, scheint das türkische Regime in vielerlei Hinsicht riesige Gewinne zu erzielen, was ihm ermöglichte, buchstäblich 23 Millionen Syrer zu entführen, zu erpressen und über sie mit der Welt zu verhandeln, während es inzwischen von unbegrenzten Quellen profitiert:
         Monopolisierung des Handels von Nord-Syrien, einschließlich der Bewegung der kommerziellen, finanziellen Transaktionen oder sogar menschlicher Hilfe!
         Sperrung der Grenzen, so dass die Syrer in echter Not große Schmiergelder an die türkische Polizei-Mafia zahlen müssen[3], um  auf ihrem Weg nach Europa oder zum Rest der Welt in die Türkei gelassen zu werden.
         Der Einsatz und die Ausbildung von Söldnern zur systematischen Beseitigung syrischer Vermögenswerte: Fabriken, Einrichtungen usw., die Monopolisierung des Handels mit gestohlenen syrischen Denkmälern und selbst die menschlichen Organe der Syrer waren vor der türkischen Mafia nicht sicher. .





         Exklusiver Einlass reicher Syrer, mit doppelten oder verdreifachten Kosten für Miete oder Wohnsitz, mit zunehmenden täglichen Erpressungen (steigende Aufenthaltsgebühren, Steuern, etc.).

         Profit durch die Hilfen von internationalen Organisationen, arabischen reichen Ländern und den Syrern in der Diaspora, die dann in den türkischen Banken, bei den Unternehmern und anderen Wirtschaftszweigen landen.

         Zu guter Letzt, die Syrer als Teil ihres Spiels zur schamlosen Bedrohung Europas zu benutzen, man würde die Grenzen für die Flüchtlinge zu öffnen, wenn die Europäische Union die Türkei nicht als zukünftiges Mitglied akzeptiere! Indem sie eine effektive Verriegelung - für den Fall eines Beitritts - versprachen, erpressten sie die Europäer, das zu akzeptieren, was sie seit Ewigkeiten nicht wollten und verweigerten.








[3] Bis zu mehreren tausend US Dollar pro Person, um hineinzukommen, und nochmal fast das Doppelte, um nach Europa ausreisen zu können. Keine Erstattung für den Fall, dass sie irgendwo gefasst werden oder Europa nicht erreichen konnten! Mehr dazu in Essay 4. Als ich diese Zeilen schrieb, zahlten einige Syrer, die in Europa leben, bis zu 20.000 US Dollar für versprochene, nicht garantierte Visa für die Türkei, um ihr Heimatland zu erreichen, weil sie es nicht wagen, den Weg von Assads Regime zu kreuzen. 

Millionen Syrer werden von der türkischen Regierung in Geiselhaft genommen. Erdogans Mafia-Regime versucht immer mehr, die Wirtschaft Nordsyriens völlig unter seine Kontrolle zu bringen. Davon umfasst sind sogar die humanitären Hilfeleistungen. Hilfsgelder von internationalen Organisationen, reichen arabischen Ländern und im Ausland lebenden Syrern landen oft auf Konten türkischer Banken oder fließen in türkische Unternehmen. Für Importe in die Türkei werden die Grenzen hingegen gesperrt, weshalb die armen Syrer ihre landwirtschaftlichen Produkte nicht verkaufen können. Umgekehrt verdient die Türkei viel Geld, indem sie abgelaufene und oft gesundheitsschädliche Produkte nach Syrien liefert. Grenzübertritte von Syrien in die Türkei sind nur mehr durch Schmiergelder an die türkische Grenzpolizei möglich. Für die Einreise nach Syrien muss man 3.000 US-Dollar pro Person zahlen. Für die Ausreise muss man sogar mit dem Doppelten rechnen. Nordsyrien leidet ohnehin ständig unter Naturkatastrophen, wie Dürre und Überschwemmungen. Die Bomben Russlands und des Assad-Regimes sowie die Gier der türkischen Mafia verschärfen die Notlage in großem Ausmaß.

https://www.youtube.com/watch?v=RJteT03PrGI
 18,000 Syrian Children Victim to Organ Harvesting

Montag, 30. Januar 2017

Wirtschaftliche Erwägungen der EU im Zusammenhang mit der Flüchtlingspolitik




Sebastian Kurz, klare Aussage.

Manche Mitgliedsstaaten der Europäischen Union haben in der zweiten Dekade seit der Gründung der EU scheinbar große finanzielle Überschüsse erzielt[1], verglichen mit den anderen, die in tiefe Schulden oder Krisen gestürzt wurden. Während die Letzteren darum kämpfen, Lösungen für ihre sozialen und wirtschaftlichen Probleme zu finden, suchen die „Gewinner“ nach alternativen Möglichkeiten, ihr überschüssiges Geld zu investieren.



[1] Bis zu 18,5 Milliarden Euro in Deutschland, 1. Hälfte des Jahres 2016 http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-08/haushalt-deutschland-milliardenueberschuss-statistisches-bundesamt .
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/steuerzahler-traegt-ein-drittel-der-gesetzlichen-rente-15060061.html?GEPC=s6




In die Neuankömmlinge zu investieren bedeutet, dass diese Regierungen die essentiellen Sektoren in ihren Wirtschaften unterstützen, nämlich den Immobiliensektor, Bildung[1], das Gesundheitswesen und den Einzelhandelssektor, da das meiste Geld, das die Regierungen für die Flüchtlinge ausgeben, sofort in diese Sektoren fließt, zusammen mit weiterem Geld aus diversen anderen Quellen[2].




[1] Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW): "Der Staat hat endlich erkannt, dass er mehr in Bildung und Infrastruktur investieren muss. Diesen Nachholbedarf hatten wir allerdings schon vor der Flüchtlingskrise. Deshalb finde ich es etwas verlogen, wenn die Debatte jetzt nur wegen der Flüchtlinge aufgemacht wird." Die Welt, am 03.11.2015 https://www.welt.de/wirtschaft/article148364620/Nach-sieben-Jahren-bringt-ein-Fluechtling-dem-Staat-Geld.html






Laut der Keynesschen Theorie würden die Wirtschaften dieser Länder verbessert werden (weil die Konsumquote der Flüchtlinge am höchsten ist), wenn man diese Option auswählen würde.[1]




[1] Anders gesagt, wenn diese Länder ihre Überschüsse auf ihre Bürger verteilen würden, würden diese sie sehr wahrscheinlich nicht in der eigenen Wirtschaft ausgeben, denn sie neigen dazu, entweder das Geld zu sparen oder es im Ausland zu investieren oder auszugeben (Reisen, Projekte im Ausland, ausländische Waren importieren, etc.). Würden die Staaten das Geld dagegen unter den Neuankömmlingen verteilen, wie den Flüchtlingen, würden diese nahezu 100 Prozent dieser Mittel direkt in der lokalen Wirtschaft ausgeben. Natürlich widerstrebt den Bürgern diese Wahl durch die Regierung, was wiederum zu einem unausgesprochenen, subtilen Konflikt zwischen der Nation und den Politikern führt, der kaum offen diskutiert wird und bei dem beide Parteien nicht alle über dessen Thema öffentlich aussprechen können. Aus dieser Perspektive können wir verstehen, worum es bei dem gesamten Dialog über Flüchtlinge oder das Sozialsystem geht. Für die Regierung stellt sich die Frage: „wo wird das Geld ausgegeben, unabhängig von allen anderen Überlegungen, wer diese Mittel verdient oder wie fair das System ist“, während Privatpersonen diese Überlegungen vollständig fern liegen. Eine der besten Verdeutlichungen dieser Einstellung ist vielleicht die Debatte über die Familienbeihilfe für im Ausland lebende österreichische Familien. http://derstandard.at/2000053304899/Kritik-aus-SPOe-Klub-an-Fremdenpaket-und-Kuerzung-der-Familienbeihilfe
Eine weitere Veranschaulichung ist die Tatsache, dass einige „großzügige“ Länder wie Deutschland, die mehr als eine Million Flüchtlinge innerhalb eines Jahres bei sich aufgenommen haben, nur die Hälfte zahlt im Vergleich dazu, was ein Staat wie Ungarn gezahlt hat, um den christlichen Syrern innerhalb von Syrien zu helfen. (Siehe diesen Artikel:




Andererseits mangelt es den „Gewinner“- Ländern an jungen Leuten, aufgrund der Kultur, Mentalität und der Lebensqualität in diesen Ländern. Für diese Länder wäre es am profitabelsten, die Überschüsse in eine „junge Generation“ und in Kinder und „Väter und Mütter“, die diese Kinder zeugen und erziehen würden, zu investieren.


Vor dem aktuellen Flüchtlingsstrom waren diese Länder auf andere Quellen angewiesen, um ihren Jugendmangel zu begleichen, entweder indem sie weitere Länder der EU beitreten ließen oder indem sie Arbeiter aus Nicht-EU-Staaten wie Serbien oder der Türkei anwarben. Aufgrund diverser politischer, menschlicher, diplomatischer, … Gründe, die man sich leicht vorstellen kann, kann es schwierig für die EU-Politiker sein, offen über dieses Thema zu sprechen oder die wahren Pläne öffentlich zu machen. Deswegen sprechen sie es indirekt oder manchmal auf eine manipulative Weise an. Die Kriege im Mittleren Osten stellen in dieser Hinsicht eine seltene „Chance“ dar.  Der große finanzielle Überschuss und die kulturellen Qualitäten der Nationen aus Kriegsgebieten passen mehr als jeder andere Bereich in den Plan (die Tendenz, große Familien zu gründen sowie die pflichtbewusste Bereitschaft, sich um Familienangehörige zu kümmern, bei weniger anspruchsvollen Lebensweisen). Außerdem sind die Länder der Flüchtlinge ruiniert und die Wahrscheinlichkeit, dass sie in ihre Heimatländer zurückkehren, ist extrem gering. In den Berechnungen der Regierungen und Politiker bedeutet das bessere Resultate und geringere Kosten!
Einzelne Menschen und Gesellschaften stehen diesem Spiel natürlich aus diversen Gründen - kulturellen, religiösen, wirtschaftlichen usw. - misstrauischer gegenüber, aber die Mehrzahl der wichtigsten Medien, zusammen mit ein paar internationalen Organisationsverantwortlichen und institutionellen Forschern, stehen hinter den Politikern in ihrer manipulativen Mission, die Massen zu täuschen, Fakten zu verbergen oder unzureichende Nachforschungen anzustellen, entweder aus Ahnungslosigkeit oder Unehrlichkeit, mit guter oder schlechter Absicht.
Das alles kann erklären, weshalb die EU- Politiker es vorziehen, sich wie hilflose „Opfer“ der Situation darzustellen, anstatt sich als ihre Organisatoren zu outen, mit all den katastrophalen Konsequenzen dieser unverantwortlichen und unmoralischen Einstellung.
(Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich bin überzeugt, dass es für Europa das richtige Prinzip ist, sowohl moralisch, als auch wirtschaftlich, Millionen von Immigranten willkommen zu heißen (ich selbst bin ein Flüchtling). Was ich hier kritisiere, ist die Art und Weise, mit der die Politiker bei der Aufnahme dieser Flüchtlinge vorgehen. Es besteht ein großer Unterschied zwischen der Einstellung, JEDE Million Flüchtlinge AUF JEDE ART aufzunehmen, bevor die Tür wieder geschlossen wird, und der Einstellung, bei der Verantwortung übernommen wird, diesen Prozess entsprechend der rechtlichen und sozialen Überlegungen zu organisiere. Erstere Einstellung hat zu all diesen Katastrophen und Tragödien geführt, die wir täglich beobachten, beginnend an den türkischen Grenzen und nicht mit der politischen Instabilität in Europa endend, einschließlich all der Tragödien im Mittelmeer!).
Europäische Politiker haben zwei Ziele unter einen Hut zu bringen. Zum einen gilt es die Wirtschaft durch Nachfrage anzukurbeln, um so die Arbeitslosigkeit zu gering zu halten. Zum anderen müssen die Immigranten gut in die Gesellschaft der Gastländer integriert werden.
Die Tatsache, dass die Politiker und die Regierungen versuchen, zwei unterschiedliche Ziele unter demselben Deckmantel zu erreichen, würde fast zum Scheitern von beiden führen. Die Regierungen versuchen, unechte und virtuelle Arbeitsmöglichkeiten zu kreieren (gemeint ist künstlich geschaffene Nachfrage), die zu einer störungsanfälligen Wirtschaft führen, die auf unechten Fakten und Richtlinien basiert. Des Weiteren neigen die Politiker dazu, die „schnellen Lösungen“ zu übernehmen, die ihnen zu besseren Wahlergebnissen verhelfen und die nicht ihren Ruf schädigen, während sie abwarten und es hinauszögern, sich der Krise mutig und offen zu stellen.[5]
Andererseits (bezüglich der Integration) sind diese Politiker weit davon entfernt, kluge und klare Richtlinien für die Neuankömmlinge einzuführen. Das hat wiederum zu Brüchen in der europäischen Gemeinschaft geführt, die jahrelang in Frieden gelebt hat und von einer echten Einheit geträumt hat. Darauf hinzudeuten, dass die „Flüchtlingskrise“ der Grund dafür ist, ist weit entfernt von der Wahrheit, da Europa seit langer Zeit Flüchtlinge willkommen heißt. Aber das Problem liegt genau im unverantwortlichen Verhalten der Politiker und Beamten. Es liegt darin, dass man es vernachlässigt hat, die Europäer angemessen über die Sachlage und Fakten zu informieren, damit sie sehen, dass es keinen Grund für eine Beunruhigung gibt.
Die Gefahr dieser Landschaft ist, dass die gesamten Regierungen und ihre Einrichtungen, Behörden und Beamten sich zu „Schauspielern und Schauspielerinnen“ gewandelt haben, die sich dem Schreiben und Mitspielen in einem großen Theaterstück widmen, anstatt langfristige und transparente Pläne vorzubereiten und umzusetzen, die klaren Strategien folgen. Stattdessen werden sie angetrieben von den Erfordernissen des „Theaterstücks“, sodass sie Wege zur Verzögerung finden und beide Parteien manipulieren: sowohl die Flüchtlinge selbst, als auch die Einheimischen. Das bedeutet auch, dass die meisten Ausgaben der Regierung für den Arbeitsmarkt und die Qualifizierung der Arbeiter mehr und mehr „virtuell“ und unwirklich werden und nicht auf einer realistischen, langfristigen Sicht fundiert. Die Regierungen, ihre Behörden und Verwaltungen leben eine Art von Schizophrenie, wenn sie sich entsprechend zweier unterschiedlicher und getrennter Realitäten verhalten!
Die andere Gefahr dieser zuvor genannten verfälschten Landschaft ist, dass die europäische Politik, statt die integrierbaren Elemente zu unterstützen oder ihnen zumindest dabei zu helfen, den europäischen Kontinent zu erreichen, auf dem sie sich um ihre Integration kümmern können, weil sie qualifiziert und dazu motiviert sind, ihre Ressourcen in vielen Fällen darauf verwendet, die nicht integrierbaren Elemente zu unterstützen. Sprich, es ist inzwischen sehr beliebt, sich mit Immigranten zu treffen, die einen Groll gegen Europa und seine Prinzipien, Kultur und Nationen hegen, obwohl sie hoch qualifiziert sind (finanziert von irgendeiner europäischen Regierung), die Landessprache fließend sprechen und dank der europäischen Vorgehensweise die gleichen Rechte haben wie die Einheimischen. Dagegen leben die gut integrierbaren Einwanderer, die sich danach sehnen, sich dem Kontinent mit größtem Respekt und Verständnis seiner Prinzipien anzuschließen, immer noch unter schlechteren Bedingungen![6]
Die Medien spielen eine „schmutzige Rolle“ in dieser Angelegenheit, indem sie die Menschen in „rassistische Rechte“ und „gute Tolerante“ aufteilen, was nicht der Wahrheit entspricht, da die Mehrzahl der Europäer nichts gegen Neuzuwanderer hatte. Das war solange der Fall bis im Jahr 2015 manche Regierungen diese unklaren Richtlinien für Asylanten eingeführt haben, ohne ausreichend ohne der eigenen Bevölkerung ausreichende Erklärungen zu geben und ausreichend Prozesse einzuführen, um die Sicherheit des Einzelnen und das Recht ihrer Kinder auf eine stabile Wirtschaft und ihr Wohlergehen zu gewährleisten oder zumindest das Ganze vernünftig und verantwortungsvoll zu erklären, um die Bedenken der Bürger zu reduzieren, ob diese Sorgen nun real oder eingebildet sind. 
Weil die Medien die Menschen aufteilen und sie kategorisieren, ist Europa jetzt politisch stark gespalten. Und dieses Szenario unterscheidet sich kaum von dem im Mittleren Osten, wo die Hälfte der Bevölkerung aufgehört  hat, der „gegnerischen“ Hälfte zuzuhören und man sich gegenseitig entweder als „Engel“ oder „Teufel“[7] betrachtet (Teufelskreis). (Siehe die vorangegangenen Artikel in diesem Buch).

Es war während der Flüchtlingskrise klar, dass die Journalisten, die eine „spaltende“ Rhetorik verwendeten und „spaltende“ Texte schrieben, die die europäischen Nationen polarisierten[8] und Brüche zwischen ihnen kreierten, stark gefördert wurden. 
Anstatt eine auf offenem Dialog basierende Beziehung zwischen den Ländern oder den Menschen in Europa aufzubauen, haben die Medien die Situation auf dasselbe Niveau wie in Syrien gebracht, wo die eine Hälfte des Landes die andere Hälfte als Teufel ansieht. Eine solche Sichtweise vertritt eventuell sogar die Hälfte der Menschen im Nahen Osten. Diese Polarisierung hat die Situation ernsthaft verschlechtert.Plötzlich wurden die Medien „menschlich“ und „tolerant“ und haben manche Länder und Bereiche in Europa als „Engel“ bezeichnet, während andere EU-Länder  und Parteien verteufelt wurden. 
Das erinnert an den Fall in Syrien, als die Medien plötzlich zum Hüter von „Freiheit und Demokratie“ wurden, nachdem sie jahrelang eine Diktatur gelobt haben, und das Resultat war eine Aufteilung der Nation in gleich große Fraktionen, die keine Möglichkeit mehr sehen, miteinander zu leben und bereit sind zu kämpfen, ohne bereit zu sein zuzuhören oder zu verhandeln. Das ist ein Beispiel dafür, was willentliche Fehlinformationen und Polarisierung durch Medien anrichten können.

Es stimmt nicht, dass die Flüchtlingskrise und die damit einhergehenden Probleme gegen den Willen der Politiker oder ohne deren Wissen stattfanden. Die EU-Politiker haben Tausende von Beratern und akademische Studien, die ihnen dabei helfen, die Bürger der EU vor Krisen zu schützen und soziale Probleme zu lösen. Aber sie erzählen den Bürgern, dass sie hilflos sind und nichts an der aktuellen Situation ändern können.  So gesehen ist die Flüchtlingskrise nicht nur das Resultat der Kriege im Mittleren Osten, sondern das Verhalten der europäischen Politiker hat ebenfalls auf nicht zu vernachlässigende Weise zur Entstehung der Krise beigetragen.



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[5] Der österreichische Minister für Europa, Integration und Äußeres nannte die erste Einstellung (und damit hatte er Recht) „Schlepperförderungsprogramm“ der EU und „Einladungskultur“ im Gegensatz zu der angeblichen „Willkommenskultur“, lesen Sie hier den ganzen Artikel: http://diepresse.com/home/ausland/eu/4858574/Kurz-kritisiert-EUSchlepperfoerderungsprogramm    
[6] Zwar lautet die ausgesprochene Politik, die Flüchtlinge kulturell und auf dem Arbeitsmarkt zu integrieren, aber die Verantwortlichen sehen es als „weniger Kopfzerbrechen bereitend“ an, wenn die Flüchtlinge zu Hause bleiben und sich weiter auf ihre Aufgaben als Väter und Mütter konzentrieren. Aus genau diesem Grund fühlen sich oft diejenigen wohler und besser anerkannt, die nicht die Absicht haben, sich zu integrieren oder zu arbeiten, während die hoch qualifizierten Immigranten isoliert und benachteiligt werden. 
[7] (In Österreich zum Beispiel, wo der rechte Flügel seit dem 2. Weltkrieg nur 25% der Bevölkerung repräsentierte, sind diese 25% in 2 Jahren auf rund 50% sprunghaft angestiegen, nachdem dieser Anteil ein knappes halbes Jahrhundert lang konstant geblieben war!) Die Medien teilen die Bevölkerung trotzdem weiterhin in 2 gleiche Parteien auf und jede hört der ganzen Welt zu, nur nicht der Opposition, die gleichzeitig ihr Partner im Land ist!
[8]Wenn Länder wie Deutschland über Kapazitäten und die Bedingungen verfügen, um viele Flüchtlinge aufzunehmen, und Ländern wie Ungarn dies nicht können, macht das weder die Deutschen zu Guten, noch die Ungarn zu Bösen. Es ist genau das Gleiche, wie wenn jemand im Lotto gewinnt und sich entscheidet, 100 Personen aufzunehmen und gegenüber seinen Nachbarn damit angibt und sie schikaniert, weil sie nicht dasselbe tun. Das ist nämlich vollkommen unmoralisch und dennoch tun die Medien genau das immer wieder, ohne sich dafür zu schämen!